Mein Mann litt an Reisekoller. Dies äusserte sich jeweils so, dass er jedesmal, wenn wir einige Tage verreisen wollten, einen grossen inneren Anlauf brauchte, um packen zu können und sich aufzumachen. Manchmal dauerte das ganze zwei Ferientage.
Er pflegte jeweils zu sagen, er leide halt im Voraus an so etwas wie einem "Jetlag". Dies, obwohl mein Mann nicht etwa ein Reisemuffel gewesen wäre. Nein, ganz im Gegenteil! Schon zu einer Zeit, als Reisen noch nicht zum Mainstream-Programm der Billig-Anbieter gehörte, hatte er viele Länder der Erde besucht und bis zu seinem Tod jeweils mit Begeisterung von jenen Abenteuern erzählt, die damals eine Reise noch richtig aufregend gemacht hatten.
Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass "Reisekoller" auch einmal zu meinen Erfahrungen zählen würde...
Seit einigen Jahren erlebe ich nun, wie sich dieser innere Zwiespalt anfühlt. Wie die zwei Seelen in der Brust zu kämpfen haben: jene, die gwunderfitzig aufbrechen will und sich auf einige Tage Ferien etc. an einem anderen Ort freut, und jene, die am liebsten alles abblasen und zuhause bleiben würde.
Heute ist wieder so ein Tag.
Mittlerweile hat die gwunderfitzige, vorfreudige Seite gesiegt, es ist gepackt und bald werde ich aufbrechen können.
Montag, 31. Juli 2017
Samstag, 28. Januar 2017
Dramatik mit der modernen Internet-Telefonie
Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern: Swisscom will alle Telefon-Abonnements auf Internet-Verbindungen (Voice over IP) zügeln.
Als Abonnent hat man keine Wahl. Auch ein Wechsel des Anbieters verspricht keine wesentliche Änderung dazu, denn alle Anbieter haben das gleiche Ziel.
Nachdem mein alter Router seinen Dienst versagt hatte, bin ich nun seit bald einem Jahr KMU-Business-Anwenderin dieser neuen Technologie, die mir als Kleinunternehmerin unbestritten auch viele Vorteile bietet. Zum Beispiel kann ich via Smartphone von meiner externen Praxis aus und von überall her über meinen Festnetzanschluss telefonieren. Ebenfalls über die Smartphone-App kann ich jederzeit den Festnetzanschluss auf Combox umschalten und wieder zurück, sowie noch einige andere Einstellungen vornehmen.
Weil mein Telefon trotz Umschaltung auf Combox regelmässig zweimal klingelte, schaltete ich nachts jeweils den Router ab, um nicht gestört zu werden. Nach einiger Zeit wurden meine Telefongespräche regelmässig schon nach kurzer Zeit unterbrochen. Swisscom schickte einen Techniker vorbei, der mich darüber aufklärte, dass nachts jeweils die Updates gemacht werden und es darum wichtig ist, dass der Router immer in Betrieb bleibt. Tatsächlich: nachdem alle Updates installiert sind, kann ich wieder unbeschränkt lange telefonieren.
Das Klingeln trotz Combox konnte auch der Techniker nicht unterbinden. So kam ich auf die Idee, nachts und wenn ich sonst nicht gestört werden wollte, die Einstellung "Ruhe vor dem Telefon" zu aktivieren. Vor ein paar Tagen meldete eine Freundin per SMS aufs Mobile, dass sie mich anrufen wolle und mein Festnetz immer besetzt sei. Gestern Vormittag testete ich dies, indem ich vom Mobile aus auf mein Festnetz anrief, welches auf "Ruhe vor dem Telefon" umgestellt war. Tatsächlich erklang das Besetztzeichen. Weil ich aus dem Haus musste, erkundigte ich mich via Twitter bei SwisscomBusiness über den Sachverhalt und erhielt die Bestätigung: Ruhe vor dem Telefon.
Meine Rückfrage nach dem "Warum" wird bei Swisscom derzeit abgeklärt.
Dieses Besetztzeichen wirkte sich gestern ziemlich dramatisch aus.
Weil ich nach meinem Selbstversuch vergass, die Einstellung zu deaktivieren, blieb mein Festanschluss den ganzen Tag auf "Ruhe" eingestellt. Ich war an meinem freien Tag unterwegs und mein Mobile war auf "stumm" geschaltet. Kurz gesagt, ich war nicht persönlich erreichbar.
Gestern Abend läutete ein Nachbar Sturm an meiner Wohnungstüre: Eine Kollegin versuchte offenbar wiederholt, mich zu erreichen. Weil sie das Besetztzeichen als äusserst ungewöhnlich wahrnahm, suchte sie schliesslich via Internet nach Nachbarn und bat um persönlich Vorsprache bei mir um abzuklären, ob mir nicht etwas zugestossen und ich ohne Hilfe wäre....
Fazit: Um "Ruhe vor dem Telefon" zu haben gibt es bei der modernen Voice over IP nur eine altbewährte, ja antike Lösung: beim Router den Telefonstecker ausziehen!
Als Abonnent hat man keine Wahl. Auch ein Wechsel des Anbieters verspricht keine wesentliche Änderung dazu, denn alle Anbieter haben das gleiche Ziel.
Nachdem mein alter Router seinen Dienst versagt hatte, bin ich nun seit bald einem Jahr KMU-Business-Anwenderin dieser neuen Technologie, die mir als Kleinunternehmerin unbestritten auch viele Vorteile bietet. Zum Beispiel kann ich via Smartphone von meiner externen Praxis aus und von überall her über meinen Festnetzanschluss telefonieren. Ebenfalls über die Smartphone-App kann ich jederzeit den Festnetzanschluss auf Combox umschalten und wieder zurück, sowie noch einige andere Einstellungen vornehmen.
Weil mein Telefon trotz Umschaltung auf Combox regelmässig zweimal klingelte, schaltete ich nachts jeweils den Router ab, um nicht gestört zu werden. Nach einiger Zeit wurden meine Telefongespräche regelmässig schon nach kurzer Zeit unterbrochen. Swisscom schickte einen Techniker vorbei, der mich darüber aufklärte, dass nachts jeweils die Updates gemacht werden und es darum wichtig ist, dass der Router immer in Betrieb bleibt. Tatsächlich: nachdem alle Updates installiert sind, kann ich wieder unbeschränkt lange telefonieren.
Das Klingeln trotz Combox konnte auch der Techniker nicht unterbinden. So kam ich auf die Idee, nachts und wenn ich sonst nicht gestört werden wollte, die Einstellung "Ruhe vor dem Telefon" zu aktivieren. Vor ein paar Tagen meldete eine Freundin per SMS aufs Mobile, dass sie mich anrufen wolle und mein Festnetz immer besetzt sei. Gestern Vormittag testete ich dies, indem ich vom Mobile aus auf mein Festnetz anrief, welches auf "Ruhe vor dem Telefon" umgestellt war. Tatsächlich erklang das Besetztzeichen. Weil ich aus dem Haus musste, erkundigte ich mich via Twitter bei SwisscomBusiness über den Sachverhalt und erhielt die Bestätigung: Ruhe vor dem Telefon.
Meine Rückfrage nach dem "Warum" wird bei Swisscom derzeit abgeklärt.
Dieses Besetztzeichen wirkte sich gestern ziemlich dramatisch aus.
Weil ich nach meinem Selbstversuch vergass, die Einstellung zu deaktivieren, blieb mein Festanschluss den ganzen Tag auf "Ruhe" eingestellt. Ich war an meinem freien Tag unterwegs und mein Mobile war auf "stumm" geschaltet. Kurz gesagt, ich war nicht persönlich erreichbar.
Gestern Abend läutete ein Nachbar Sturm an meiner Wohnungstüre: Eine Kollegin versuchte offenbar wiederholt, mich zu erreichen. Weil sie das Besetztzeichen als äusserst ungewöhnlich wahrnahm, suchte sie schliesslich via Internet nach Nachbarn und bat um persönlich Vorsprache bei mir um abzuklären, ob mir nicht etwas zugestossen und ich ohne Hilfe wäre....
Fazit: Um "Ruhe vor dem Telefon" zu haben gibt es bei der modernen Voice over IP nur eine altbewährte, ja antike Lösung: beim Router den Telefonstecker ausziehen!
Samstag, 28. Mai 2016
»Milchschwemme« — Quo vadis homo oeconomicus?
Derzeit beklagt die moderne Agrarwirtschaft wieder einmal eine »Milchschwemme«. Im Grunde genommen müssten sich allein schon wegen dieser Wortschöpfung unsere Nackenhaare sträuben. Allerdings ist alles noch viel schlimmer!
Heutzutage gilt es als wirtschaftlich sinnvoll, der Kuh ihr Kälbchen spätestens am dritten Tag wegzunehmen. Dieses Geschöpf wird alsdann mit industriellem Kraftfutter und gehörig Antibiotika zur Schlachtreife gemästet. Industriell natürlich. Das heisst: In einem kleinstmöglichen Geviert auf Betonboden stehend oder liegend, zusammengepfercht mit einem oder zwei anderen Leidensgenossen. Meist steht da auch noch eine kleine Kunststoffbox. Das alles angeblich deshalb, weil nur so die von den Konsumentinnen und Konsumenten gewünschte Kalbfleisch-»Qualität« erreicht werden könne....
Oder vielleicht auch, weil marktbewusste Konsumentinnen und Konsumenten lieber dem Motto »Geiz ist geil!« nachleben, statt einen angemessenen Preis zu bezahlen für verantwortungsbewusst hergestellte Nahrungsmittel?
Spätestens am dritten Tag nach dem Kalbern wir der Kuh die Milch für industrielle Zwecke abgeschöpft. Damit die Kuh dabei nicht kollabiert, muss auch sie oft industriell und/oder pharmazeutisch zugefüttert werden. Während in meiner Jugendzeit eine als wertvoll geschätzte Milchkuh gesund, behornt, mit kräftigen Beinen sich gerne und viel bewegte, gilt heute ein anderes »Qualitäts«-Merkmal: Ein übergrosses Euter. Wir können beobachten, wie mancherorts Kühe kaum gehen können, weil sie ihre überdimensionierten Euter auf dem Boden mitschleifen müssen.
Statt die Kälber bei ihren Müttern zu belassen bis sie natürlich abgestillt sind, greift die industrielle Landwirtschaft allerspätestens am dritten Tag in den Prozess ein, um angeblich den Ertrag zu erhöhen - und wundert sich heute über das erzielte Ergebnis: Eine »Milchschwemme«...!
Wie reagieren die marktwirtschaftlichen Industriebauern darauf? Sie verlangen mehr Subventionen.
Der Staat bzw. der Steuerzahler soll es gefälligst richten. Wir sollen diese rundum abstruse Misswirtschaft stützen; womöglich mithelfen, dass die unter widerlichen Umständen zuviel abgeschöpfte Milch am Ende vernichtet wird.
Das nennen wir obendrein noch »Markt-Wirtschaft«. — Also: »Der Markt« reguliert sich selber ständig durch Nachfrage und Angebot....
Die einfachste Regulierung steht nicht mehr zur Auswahl: Die Kälber wieder solange bei ihren Müttern aufwachsen zu lassen, bis sie natürlich abgestillt sind. Zu mächtig sind wohl auch die dahinterstehenden Konzerne geworden (inkl. die mitverdienende Pharmaindustrie).
Gesunder Menschenverstand? (Neue) betriebswirtschaftliche Ideen? Weit gefehlt!
Gier statt Betriebswirtschaft!
Gier statt Verantwortung — leider auch das Kennzeichen angeblich marktbewusster Konsumentinnen und Konsumenten!
Mir scheint, nirgendwo wird uns der Spiegel unserer ausbeuterischen »New Economy« deutlicher vor Augen geführt als hier, in der Milch- und Fleischproduktion.
Wann endlich erwacht jenes Bewusstsein in uns, das uns zu Menschen macht bzw. machen sollte?
Heutzutage gilt es als wirtschaftlich sinnvoll, der Kuh ihr Kälbchen spätestens am dritten Tag wegzunehmen. Dieses Geschöpf wird alsdann mit industriellem Kraftfutter und gehörig Antibiotika zur Schlachtreife gemästet. Industriell natürlich. Das heisst: In einem kleinstmöglichen Geviert auf Betonboden stehend oder liegend, zusammengepfercht mit einem oder zwei anderen Leidensgenossen. Meist steht da auch noch eine kleine Kunststoffbox. Das alles angeblich deshalb, weil nur so die von den Konsumentinnen und Konsumenten gewünschte Kalbfleisch-»Qualität« erreicht werden könne....
Oder vielleicht auch, weil marktbewusste Konsumentinnen und Konsumenten lieber dem Motto »Geiz ist geil!« nachleben, statt einen angemessenen Preis zu bezahlen für verantwortungsbewusst hergestellte Nahrungsmittel?
Spätestens am dritten Tag nach dem Kalbern wir der Kuh die Milch für industrielle Zwecke abgeschöpft. Damit die Kuh dabei nicht kollabiert, muss auch sie oft industriell und/oder pharmazeutisch zugefüttert werden. Während in meiner Jugendzeit eine als wertvoll geschätzte Milchkuh gesund, behornt, mit kräftigen Beinen sich gerne und viel bewegte, gilt heute ein anderes »Qualitäts«-Merkmal: Ein übergrosses Euter. Wir können beobachten, wie mancherorts Kühe kaum gehen können, weil sie ihre überdimensionierten Euter auf dem Boden mitschleifen müssen.
Statt die Kälber bei ihren Müttern zu belassen bis sie natürlich abgestillt sind, greift die industrielle Landwirtschaft allerspätestens am dritten Tag in den Prozess ein, um angeblich den Ertrag zu erhöhen - und wundert sich heute über das erzielte Ergebnis: Eine »Milchschwemme«...!
Wie reagieren die marktwirtschaftlichen Industriebauern darauf? Sie verlangen mehr Subventionen.
Der Staat bzw. der Steuerzahler soll es gefälligst richten. Wir sollen diese rundum abstruse Misswirtschaft stützen; womöglich mithelfen, dass die unter widerlichen Umständen zuviel abgeschöpfte Milch am Ende vernichtet wird.
Das nennen wir obendrein noch »Markt-Wirtschaft«. — Also: »Der Markt« reguliert sich selber ständig durch Nachfrage und Angebot....
Die einfachste Regulierung steht nicht mehr zur Auswahl: Die Kälber wieder solange bei ihren Müttern aufwachsen zu lassen, bis sie natürlich abgestillt sind. Zu mächtig sind wohl auch die dahinterstehenden Konzerne geworden (inkl. die mitverdienende Pharmaindustrie).
Gesunder Menschenverstand? (Neue) betriebswirtschaftliche Ideen? Weit gefehlt!
Gier statt Betriebswirtschaft!
Gier statt Verantwortung — leider auch das Kennzeichen angeblich marktbewusster Konsumentinnen und Konsumenten!
Mir scheint, nirgendwo wird uns der Spiegel unserer ausbeuterischen »New Economy« deutlicher vor Augen geführt als hier, in der Milch- und Fleischproduktion.
Wann endlich erwacht jenes Bewusstsein in uns, das uns zu Menschen macht bzw. machen sollte?
Montag, 2. Mai 2016
Situationskomik auf dem Hundespaziergang
Sofie, meine franz. Bulldogge, hat vor vierzehn Tagen einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule erlitten. Für gut sechs Wochen gilt deshalb Leinenpflicht und Spielverbot mit anderen Hunden. Nicht einfach, für einen jungen, spielfreudigen Bully.
Um die Tortur in Grenzen zu halten, suche ich oft wenig begangene Waldwege aus. So auch heute Nachmittag, einem angenehmen Frühlingstag mit Sonne. Sofie hat die 6m Freiheit an der Schleppleine sehr genossen, wie ich das unbeschwerte Nebenhergehen. An einer Wegbiegung treffen wir auf einen Welpen ohne Leine und Halsband, der auf Entdeckungstour ist. Sofort kommt er auf uns zugerannt und fordert Sofie zum Spielen auf. Sofie steht ruhig quer, was der Welpe nicht versteht. Weiter hinten, auf einer Bank, sehe ich einen nicht mehr ganz jungen Mann selbstvergessen die Aussicht geniessen. Sofie bekommt die Anweisung "siilah und warte", während der Welpe seinen Tanz um uns fortsetzt. Der Mann juckt auf, mit ihm ein ausgewachsener, ebenfalls unangeleinter Riesenschnauzer und das Cabaret bekommt eine neue, intensivere Runde. Solchermassen von zwei Hunden bedrängt, mag Sofie nicht mehr stillhalten und trägt, an kurzer Leine gehalten, das Ihre zum Gaudi bei.
Was jetzt folgt, ist Situationskomik pur. Leider stellt sie dem beteiligten Hundehalter kein gutes Zeugnis aus:
Ich: "Bitte nehmen Sie Ihre Hunde zurück."
Er (steht der Situation hilflos gegenüber und weiss nicht, wie er das mit seinen zwei unangeleinten Hunden hinkriegen soll): "Kein Problem! Es passiert ganz sicher nichts, sind beide gaaanz lieb."
Ich: "Bitte nehmen Sie Ihre Hunde zurück. Mein Hund hat eine Rücken....."
Er: "Das macht nichts, kein Problem."
Ich: "Doch, das macht! Mein Hund darf nicht spielen!"
Er: "Das macht nichts. Kein Problem. Der Kleine ist doch noch ein Welpe, 7 Monate alt, der macht bestimmt nichts und der grosse ist ein gaaanz lieber."
Ich: "Darum geht es nicht. Bitte, nehmen Sie Ihre Hunde zurück. Mein Hund darf nicht spielen. Er hat eine Rückenverletzung!"
Er (weiss immer noch nicht, wie er es bewerkstelligen soll): "Es passiert ganz sicher nichts... kein Problem!"
Ich: "Nehmen Sie jetzt bitte sofort Ihre Hunde zurück! Mein Hund hat einen Bandscheibenvorfall. Er darf nicht spielen!"
Er: "Ah... oh... ja dann.... aber sie machen wirklich nichts."
Die Hunde vollführen während der ganzen Auseinandersetzung ihren Tanz um und mit Sofie (angeleint), der es jedoch nicht so wohl ist, was sie mit einem feinen Haarstrich am Hals und über der Lende anzeigt. Keiner der Hunde achtet auf diese Zeichen, der Hundehalter sowieso nicht.
Ich: "Nehmen Sie Ihre Hunde jetzt sofort zurück, damit ich weitergehen kann!"
Er: "Aha. Ja gut. Moment."
Schliesslich kriegt der Mann seinen Riesenschnauzer zu fassen. Er nimmt ihn an eine Rollleine.
Während Sofie und ich weitergehen, hüpft der kleine Feger (Kleinhund einer nicht alltäglichen Rasse, deren Name ich vergessen habe) wie ein Gummiball herum, und macht alle Anstalten, mit uns weiterzugehen.
Er (ruft einen Namen): ".... komm.... komm brav.... Name, komm, komm....fifififiiiii...."
Schliesslich kann er seinen Welpen doch ergattern, nicht ohne wiederholt zu versichern, dass das alles kein Problem sei.
Bei Sofie löst sich die Spannung erst einige hundert Meter weiter. Am liebsten hätte sie sich mit Rennen abreagiert. Auch ihr Paradestück, die Seitwärtsrolle im hohen Gras, hätte sie liebend gerne mehrfach hintereinander aufgeführt. Zu ihrem Schutz vor Rückfall muss ich da leider hart bleiben, was mir alles andere als leicht fällt, weil ich ihre Reaktion nur zu gut verstehen und nachfühlen kann.
Ein Hundehalter, der jetzt, in der Setzzeit der Rehe, seine unerzogenen Hunde am Waldrand frei herumstreunen lässt, handelt verantwortungslos.
Genau solche überforderte Hundehalter tragen nicht nur wesentlich zu den Hundegegnern bei, sondern auch dazu, dass die Vorschriften, denen wir uns alle unterziehen müssen, immer strenger und enger werden.
Um die Tortur in Grenzen zu halten, suche ich oft wenig begangene Waldwege aus. So auch heute Nachmittag, einem angenehmen Frühlingstag mit Sonne. Sofie hat die 6m Freiheit an der Schleppleine sehr genossen, wie ich das unbeschwerte Nebenhergehen. An einer Wegbiegung treffen wir auf einen Welpen ohne Leine und Halsband, der auf Entdeckungstour ist. Sofort kommt er auf uns zugerannt und fordert Sofie zum Spielen auf. Sofie steht ruhig quer, was der Welpe nicht versteht. Weiter hinten, auf einer Bank, sehe ich einen nicht mehr ganz jungen Mann selbstvergessen die Aussicht geniessen. Sofie bekommt die Anweisung "siilah und warte", während der Welpe seinen Tanz um uns fortsetzt. Der Mann juckt auf, mit ihm ein ausgewachsener, ebenfalls unangeleinter Riesenschnauzer und das Cabaret bekommt eine neue, intensivere Runde. Solchermassen von zwei Hunden bedrängt, mag Sofie nicht mehr stillhalten und trägt, an kurzer Leine gehalten, das Ihre zum Gaudi bei.
Was jetzt folgt, ist Situationskomik pur. Leider stellt sie dem beteiligten Hundehalter kein gutes Zeugnis aus:
Ich: "Bitte nehmen Sie Ihre Hunde zurück."
Er (steht der Situation hilflos gegenüber und weiss nicht, wie er das mit seinen zwei unangeleinten Hunden hinkriegen soll): "Kein Problem! Es passiert ganz sicher nichts, sind beide gaaanz lieb."
Ich: "Bitte nehmen Sie Ihre Hunde zurück. Mein Hund hat eine Rücken....."
Er: "Das macht nichts, kein Problem."
Ich: "Doch, das macht! Mein Hund darf nicht spielen!"
Er: "Das macht nichts. Kein Problem. Der Kleine ist doch noch ein Welpe, 7 Monate alt, der macht bestimmt nichts und der grosse ist ein gaaanz lieber."
Ich: "Darum geht es nicht. Bitte, nehmen Sie Ihre Hunde zurück. Mein Hund darf nicht spielen. Er hat eine Rückenverletzung!"
Er (weiss immer noch nicht, wie er es bewerkstelligen soll): "Es passiert ganz sicher nichts... kein Problem!"
Ich: "Nehmen Sie jetzt bitte sofort Ihre Hunde zurück! Mein Hund hat einen Bandscheibenvorfall. Er darf nicht spielen!"
Er: "Ah... oh... ja dann.... aber sie machen wirklich nichts."
Die Hunde vollführen während der ganzen Auseinandersetzung ihren Tanz um und mit Sofie (angeleint), der es jedoch nicht so wohl ist, was sie mit einem feinen Haarstrich am Hals und über der Lende anzeigt. Keiner der Hunde achtet auf diese Zeichen, der Hundehalter sowieso nicht.
Ich: "Nehmen Sie Ihre Hunde jetzt sofort zurück, damit ich weitergehen kann!"
Er: "Aha. Ja gut. Moment."
Schliesslich kriegt der Mann seinen Riesenschnauzer zu fassen. Er nimmt ihn an eine Rollleine.
Während Sofie und ich weitergehen, hüpft der kleine Feger (Kleinhund einer nicht alltäglichen Rasse, deren Name ich vergessen habe) wie ein Gummiball herum, und macht alle Anstalten, mit uns weiterzugehen.
Er (ruft einen Namen): ".... komm.... komm brav.... Name, komm, komm....fifififiiiii...."
Dann: "Kein Problem, der Grosse bleibt." Er befiehlt seinem Schnauzer: "Sitz! Platz! ... Nein, Sitz jetzt! Platz...."
Jedesmal, wenn der Mann einen Schritt weggeht, folgt der Hund getreulich hinterher....
So geht es eine ganze Weile, bis der Schnauzer liegen bleibt. Derweilen tanzt der Junghund noch immer um uns herum. Zu guter Letzt dreht auch noch der Hundehalter um das Ganze seine Runden.... Situationskomik pur!Schliesslich kann er seinen Welpen doch ergattern, nicht ohne wiederholt zu versichern, dass das alles kein Problem sei.
Bei Sofie löst sich die Spannung erst einige hundert Meter weiter. Am liebsten hätte sie sich mit Rennen abreagiert. Auch ihr Paradestück, die Seitwärtsrolle im hohen Gras, hätte sie liebend gerne mehrfach hintereinander aufgeführt. Zu ihrem Schutz vor Rückfall muss ich da leider hart bleiben, was mir alles andere als leicht fällt, weil ich ihre Reaktion nur zu gut verstehen und nachfühlen kann.
Ein Hundehalter, der jetzt, in der Setzzeit der Rehe, seine unerzogenen Hunde am Waldrand frei herumstreunen lässt, handelt verantwortungslos.
Genau solche überforderte Hundehalter tragen nicht nur wesentlich zu den Hundegegnern bei, sondern auch dazu, dass die Vorschriften, denen wir uns alle unterziehen müssen, immer strenger und enger werden.
Samstag, 15. August 2015
Lampenfieber
Als unabhängige, freie Spiritualin durfte ich in den letzten Jahren verschiedene Abdankungen, Beisetzungen und Segnungen an unterschiedlichsten Orten zeremoniell begleiten, auch in der Natur.
Heute nun ist ein ganz besonderer Tag. Zum ersten Mal darf ich eine Hochzeit-Zeremonie leiten. Die Braut kenne ich persönlich, sie ist die Tochter einer guten Freundin.
Ich bin gut vorbereitet und supervisioniert, darf mich also getrost auf der sicheren Seite fühlen. In meinen Lehr- und Wanderjahren konnte ich breite Zeremonien-Erfahrungen sammeln. Auch hier darf ich mich auf sicherem Grund fühlen.
Und trotzdem spüre ich, wie seit dem Aufwachen heute Morgen das Lampenfieber von Stunde zu Stunde zunimmt.
Gleichzeitig mit dem Lampenfieber wächst auch meine Vorfreude. Irgendwie spüre ich, dass ich festen Boden unter den Füssen habe, obwohl ich mich auf neues Terrain wage.
Möge mich die Kraft, die mir gegeben ist, ganz durchdringen.
Möge die Zeremonie feierlich berühren.
Möge alles zum Wohle des Ganzen gelingen.
So möge es geschehen!
Heute nun ist ein ganz besonderer Tag. Zum ersten Mal darf ich eine Hochzeit-Zeremonie leiten. Die Braut kenne ich persönlich, sie ist die Tochter einer guten Freundin.
Ich bin gut vorbereitet und supervisioniert, darf mich also getrost auf der sicheren Seite fühlen. In meinen Lehr- und Wanderjahren konnte ich breite Zeremonien-Erfahrungen sammeln. Auch hier darf ich mich auf sicherem Grund fühlen.
Und trotzdem spüre ich, wie seit dem Aufwachen heute Morgen das Lampenfieber von Stunde zu Stunde zunimmt.
Gleichzeitig mit dem Lampenfieber wächst auch meine Vorfreude. Irgendwie spüre ich, dass ich festen Boden unter den Füssen habe, obwohl ich mich auf neues Terrain wage.
Möge mich die Kraft, die mir gegeben ist, ganz durchdringen.
Möge die Zeremonie feierlich berühren.
Möge alles zum Wohle des Ganzen gelingen.
So möge es geschehen!
Montag, 1. Juni 2015
»Horrormonate« für Möbelhändler...
... so titelt der Tages-Anzeiger in seiner heutigen Ausgabe im Wirtschaftsteil einen Artikel über die Verlustgeschäfte des Schweizer Möbelhandels. Selbstverständlich wird auch hier als Grund dafür die Frankenstärke angeführt.
Ich will nicht leugnen, dass die Frankenstärke Einfluss auf den hiesigen Handel hat. Sicher nicht nur im Möbelgeschäft. Wie mein persönliches Erlebnis jüngsten Datums zeigt, gibt es aber auch ganz andere Gründe dafür, dass Schweizer Kunden sich vermehrt via Internet kundig machen, wo die gewünschte Ware zu einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis eingekauft werden kann:
In meiner Kindheit gab es die sogenannten »Spaghetti-Liegen«. Liegestühle mit farbigem Seil gewoben, deren Fussende beim Liegen automatisch auf angenehme Herzhöhe kippt. Dank des Seils liegt man da himmlisch weich und entspannt. Als ich letztes Jahr gewahr wurde, dass solche Liegen wieder fabriziert werden, kam dieses Stück auf meine Wunschliste.
Als ich letzten Donnerstag auf der Heimfahrt beim Möbel-Fachgeschäft im Nachbardorf eine solche »Spaghetti-Liege Brissago« stehen sah, entschloss ich mich kurzerhand zum Kauf. Ehret einheimisches Schaffen. Auch der stolze Preis von CHF 790.00 konnte mich nicht davon abhalten. Immerhin handelt es sich um ein feuerverzinktes Schweizerprodukt, das mich wohl bis an mein Lebensende begleiten wird. Morgen darf ich nun diese Liege im Fachgeschäft abholen. Jawohl: Selber abholen. Obwohl die Lieferdistanz hin und zurück bloss rund 10 km ausmacht, müsste ich für die Zustellung frei Haus noch zusätzlich CHF 90.00 bezahlen; also mehr als 10 % des an sich schon hohen Kaufpreises. Das sei halt bei Gartenmöbeln so üblich, belehrte mich die Verkäuferin, die für ein kundendienstgeprägtes Entgegenkommen absolut kein Musikgehör hatte.
Weil ich mir diese Liege selber zum bevorstehenden Geburtstag schenken will, habe ich trotz des momentanen Ärgers den Kaufvertrag abgeschlossen.
Die Recherche im Internet ergab, dass ich dieses Produkt auch für CHF 645.00 in vertretbarer Distanz hätte besorgen können....
Noch Fragen?
Ich will nicht leugnen, dass die Frankenstärke Einfluss auf den hiesigen Handel hat. Sicher nicht nur im Möbelgeschäft. Wie mein persönliches Erlebnis jüngsten Datums zeigt, gibt es aber auch ganz andere Gründe dafür, dass Schweizer Kunden sich vermehrt via Internet kundig machen, wo die gewünschte Ware zu einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis eingekauft werden kann:
In meiner Kindheit gab es die sogenannten »Spaghetti-Liegen«. Liegestühle mit farbigem Seil gewoben, deren Fussende beim Liegen automatisch auf angenehme Herzhöhe kippt. Dank des Seils liegt man da himmlisch weich und entspannt. Als ich letztes Jahr gewahr wurde, dass solche Liegen wieder fabriziert werden, kam dieses Stück auf meine Wunschliste.
Als ich letzten Donnerstag auf der Heimfahrt beim Möbel-Fachgeschäft im Nachbardorf eine solche »Spaghetti-Liege Brissago« stehen sah, entschloss ich mich kurzerhand zum Kauf. Ehret einheimisches Schaffen. Auch der stolze Preis von CHF 790.00 konnte mich nicht davon abhalten. Immerhin handelt es sich um ein feuerverzinktes Schweizerprodukt, das mich wohl bis an mein Lebensende begleiten wird. Morgen darf ich nun diese Liege im Fachgeschäft abholen. Jawohl: Selber abholen. Obwohl die Lieferdistanz hin und zurück bloss rund 10 km ausmacht, müsste ich für die Zustellung frei Haus noch zusätzlich CHF 90.00 bezahlen; also mehr als 10 % des an sich schon hohen Kaufpreises. Das sei halt bei Gartenmöbeln so üblich, belehrte mich die Verkäuferin, die für ein kundendienstgeprägtes Entgegenkommen absolut kein Musikgehör hatte.
Weil ich mir diese Liege selber zum bevorstehenden Geburtstag schenken will, habe ich trotz des momentanen Ärgers den Kaufvertrag abgeschlossen.
Die Recherche im Internet ergab, dass ich dieses Produkt auch für CHF 645.00 in vertretbarer Distanz hätte besorgen können....
Noch Fragen?
Freitag, 29. Mai 2015
Stummelschwanz liegt beim Amtsschimmel (oder so)
Es ist noch nicht vorbei.
Wie vorgestern telefonisch empfohlen und abgemacht, habe ich gestern persönlich am Schalter des kantonalen Veterinäramtes des Kantons Zürich vorgesprochen, den Original-Heimtierpass samt einem Ausdruck des Röntgenbildes übergeben und mein Anliegen mit Hinweis auf Seite 28 des Passes mündlich formuliert.
Auf meine Frage, ob es so korrekt genug sei oder ob ich noch irgendetwas zum guten Gelingen dieses Ansinnens beitragen könnte, erklärte mir die freundliche Dame am Schalter, dass das so schon in Ordnung gehe und dass sie noch einen Vermerk wegen der Dringlichkeit anbringen werde.
Sicherheitshalber hinterliess ich meine Visitenkarte mit Handy-Nummer und E-Mailadresse.
Heute, kurz vor halb fünf Uhr nachmittags, erhalte ich den Anruf eines der Amts-Tierärzte dieser Behörde. Er verlangt, dass ich a) mein Anliegen schriftlich mittels E-Mail formulieren müsse, damit er darauf eingehen könne (eine reine Formalität, versteht sich ja von selbst, nicht wahr?!) und b) eine «Bekundung» des Tierarztes, der die Röntgenaufnahme erstellt habe, über den beim Röntgen festgestellten Sachverhalt.
Ja genau. Der praktizierende Tierarzt muss schriftlich festhalten, was er auf dem Röntgenbild sieht, das er gemacht hat, damit der amtlich bestellte Tierarzt bescheinigen* kann, dass er auf ebendiesem Röntgenbild das gleiche sieht, nämlich einen angeborenen Stummelschwanz (der notabene zum Rassemerkmal bei franz. Bulldoggen gehört).
*Die Beurkundung erfolgt übrigens durch Anbringen eines «X» im entsprechenden Formularfeld im Heimtier-Pass, versehen mit Unterschrift des beamteten Tierarztes und Stempel des Veterinäramtes.
Ohne Zweifel enthält das Tierschutzgesetz wichtige Bestimmungen zum Wohle der Tiere. Auch gegen das Coupierverbot ist nichts einzuwenden. Dass man aber beim Hund nun auch das Normale noch amtlich beglaubigen lassen muss, mit viel Zeitaufwand, Kosten und Papier, hat mit Tierschutz nichts, dafür umso mehr mit schildbürgerhafter Schikane zu tun.
Gesetze sind das eine, die Vollzugsverordnungen dazu sind das andere. Leider sind Bund und Kantone da frei, diese so phantasievoll wie möglich auszuarbeiten.
Zum Glück habe ich auf einer Kopie des Heimtierpasses eine amtliche Empfangsbestätigung anbringen lassen, woraus ersichtlich ist, dass ich das Original-Dokument zwecks Bescheinigung eines angeborenen Stummelschwanzes gestern persönlich dem kantonalen Veterinäramt in Zürich übergeben habe.
Dieses Papier lässt mich einigermassen ruhig meinen Ferien im Ausland entgegensehen.
Wie gesagt: Mit einer Waffe oder einer enthörnten Kuh würden sich diese Fragen nicht stellen.
Wie vorgestern telefonisch empfohlen und abgemacht, habe ich gestern persönlich am Schalter des kantonalen Veterinäramtes des Kantons Zürich vorgesprochen, den Original-Heimtierpass samt einem Ausdruck des Röntgenbildes übergeben und mein Anliegen mit Hinweis auf Seite 28 des Passes mündlich formuliert.
Auf meine Frage, ob es so korrekt genug sei oder ob ich noch irgendetwas zum guten Gelingen dieses Ansinnens beitragen könnte, erklärte mir die freundliche Dame am Schalter, dass das so schon in Ordnung gehe und dass sie noch einen Vermerk wegen der Dringlichkeit anbringen werde.
Sicherheitshalber hinterliess ich meine Visitenkarte mit Handy-Nummer und E-Mailadresse.
Heute, kurz vor halb fünf Uhr nachmittags, erhalte ich den Anruf eines der Amts-Tierärzte dieser Behörde. Er verlangt, dass ich a) mein Anliegen schriftlich mittels E-Mail formulieren müsse, damit er darauf eingehen könne (eine reine Formalität, versteht sich ja von selbst, nicht wahr?!) und b) eine «Bekundung» des Tierarztes, der die Röntgenaufnahme erstellt habe, über den beim Röntgen festgestellten Sachverhalt.
Ja genau. Der praktizierende Tierarzt muss schriftlich festhalten, was er auf dem Röntgenbild sieht, das er gemacht hat, damit der amtlich bestellte Tierarzt bescheinigen* kann, dass er auf ebendiesem Röntgenbild das gleiche sieht, nämlich einen angeborenen Stummelschwanz (der notabene zum Rassemerkmal bei franz. Bulldoggen gehört).
*Die Beurkundung erfolgt übrigens durch Anbringen eines «X» im entsprechenden Formularfeld im Heimtier-Pass, versehen mit Unterschrift des beamteten Tierarztes und Stempel des Veterinäramtes.
Ohne Zweifel enthält das Tierschutzgesetz wichtige Bestimmungen zum Wohle der Tiere. Auch gegen das Coupierverbot ist nichts einzuwenden. Dass man aber beim Hund nun auch das Normale noch amtlich beglaubigen lassen muss, mit viel Zeitaufwand, Kosten und Papier, hat mit Tierschutz nichts, dafür umso mehr mit schildbürgerhafter Schikane zu tun.
Gesetze sind das eine, die Vollzugsverordnungen dazu sind das andere. Leider sind Bund und Kantone da frei, diese so phantasievoll wie möglich auszuarbeiten.
Zum Glück habe ich auf einer Kopie des Heimtierpasses eine amtliche Empfangsbestätigung anbringen lassen, woraus ersichtlich ist, dass ich das Original-Dokument zwecks Bescheinigung eines angeborenen Stummelschwanzes gestern persönlich dem kantonalen Veterinäramt in Zürich übergeben habe.
Dieses Papier lässt mich einigermassen ruhig meinen Ferien im Ausland entgegensehen.
Wie gesagt: Mit einer Waffe oder einer enthörnten Kuh würden sich diese Fragen nicht stellen.
Mittwoch, 27. Mai 2015
Stummelschwanz
Am 21.6.2014 hat «Sofie», eine französische Bulldogge (oder Bully) bei mir Einzug gehalten. Obwohl ich seit 40 Jahren Hundehalterin bin, ist die Übernahme eines jungen Hundes jedesmal ein besonderes Ereignis.
Dieses Mal wird die Besonderheit noch dadurch unterstrichen, dass inzwischen ein neues, rigides Hundegesetz erlassen worden ist, mit Vollzugsvorschriften, über die man teilweise nur den Kopf schütteln kann.
Selbstverständlich müssen alle Hunde amtlich mehrfach registriert werden. Schusswaffen dagegen betrachten wir in der Schweiz als eher harmlose Haushaltsgegenstände, ähnlich einem Küchenmesser, die zu unserer Geschichte gehören wie die Armbrust zu Wilhelm Tell.
Über den Sachkundenachweis SKN will ich keine Worte verlieren. Ich habe diese Praxis-Stunden mit «Sofie» absolviert; einiges war ganz lustig für Mensch und Hund, anderes aus Sicht einer erfahrenen Hundeführerin eher fragwürdig.
Das Coupierverbot scheint nun ebenfalls allerhand reglementarische Blüten zu treiben, mit überraschenden Auswirkungen.
Nun stehen Ferientage in Deutschland an, die ich mit meinem Hund verbringen will. In der Fachzeitschrift «Hunde» der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG ⎯ jener Organisation, die offiziell die Interessen der Hundehalter vertreten sollte ⎯ lese ich zufällig, dass Besitzer von Bullys bei der Rückkehr in die Schweiz mit Schwierigkeiten zu rechnen hätten, wenn sie am Zoll keine amtliche Beglaubigung vorweisen können über den Rasse-spezifisch angeborenen Stummelschwanz ihres Hundes. Die Nachfrage bei der erfahrenen Tierärztin bestätigt diese Warnung.
Also muss von «Sofie» ein Röntgenbild des hinteren Rückens erstellt werden, aus welchem klar hervor geht, dass der Stummelschwanz angeboren ist. Dieses Röntgenbild, versehen mit der offiziellen Registrierungsnummer des Hundes, muss zusammen mit dem Schweizerischen Tierpass beim kantonalen Veterinäramt am Wohnort des Hundehalters eingereicht werden, wo auf einer speziellen Seite mittels eines «X» samt Unterschrift und Stempel der Sachverhalt beglaubigt wird.
Weil die Reise schon bald ins Haus steht, erkundige ich mich heute Vormittag telefonisch beim zuständigen Amt über das sinnvolle Vorgehen. Der Dialog mit der freundlichen Dame am Telefon spielt sich im Wesentlichen so ab:
Mit einer Waffe würden sich alle diese Fragen nicht stellen. Mit einer enthörnten Kuh auch nicht.
Dieses Mal wird die Besonderheit noch dadurch unterstrichen, dass inzwischen ein neues, rigides Hundegesetz erlassen worden ist, mit Vollzugsvorschriften, über die man teilweise nur den Kopf schütteln kann.
Selbstverständlich müssen alle Hunde amtlich mehrfach registriert werden. Schusswaffen dagegen betrachten wir in der Schweiz als eher harmlose Haushaltsgegenstände, ähnlich einem Küchenmesser, die zu unserer Geschichte gehören wie die Armbrust zu Wilhelm Tell.
Über den Sachkundenachweis SKN will ich keine Worte verlieren. Ich habe diese Praxis-Stunden mit «Sofie» absolviert; einiges war ganz lustig für Mensch und Hund, anderes aus Sicht einer erfahrenen Hundeführerin eher fragwürdig.
Das Coupierverbot scheint nun ebenfalls allerhand reglementarische Blüten zu treiben, mit überraschenden Auswirkungen.
Nun stehen Ferientage in Deutschland an, die ich mit meinem Hund verbringen will. In der Fachzeitschrift «Hunde» der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG ⎯ jener Organisation, die offiziell die Interessen der Hundehalter vertreten sollte ⎯ lese ich zufällig, dass Besitzer von Bullys bei der Rückkehr in die Schweiz mit Schwierigkeiten zu rechnen hätten, wenn sie am Zoll keine amtliche Beglaubigung vorweisen können über den Rasse-spezifisch angeborenen Stummelschwanz ihres Hundes. Die Nachfrage bei der erfahrenen Tierärztin bestätigt diese Warnung.
Also muss von «Sofie» ein Röntgenbild des hinteren Rückens erstellt werden, aus welchem klar hervor geht, dass der Stummelschwanz angeboren ist. Dieses Röntgenbild, versehen mit der offiziellen Registrierungsnummer des Hundes, muss zusammen mit dem Schweizerischen Tierpass beim kantonalen Veterinäramt am Wohnort des Hundehalters eingereicht werden, wo auf einer speziellen Seite mittels eines «X» samt Unterschrift und Stempel der Sachverhalt beglaubigt wird.
Weil die Reise schon bald ins Haus steht, erkundige ich mich heute Vormittag telefonisch beim zuständigen Amt über das sinnvolle Vorgehen. Der Dialog mit der freundlichen Dame am Telefon spielt sich im Wesentlichen so ab:
Ich: «In wenigen Tagen reise ich mit meiner franz. Bulldogge nach Deutschland. Damit ich den Hund wieder einführen kann, brauche ich von Ihnen eine Bestätigung über den angeborenen Stummelschwanz.»
Sie: «Ach, das ist doch nicht nötig. Es ist doch klar, dass ein Bully einen Stummelschwanz hat. Der gehört doch zum Rassemerkmal. Das ist kein Problem.»
Ich: «Der Schweizer Rasseklub hat seine Mitglieder vor Schwierigkeiten bei der Wiedereinreise gewarnt und meine Tierärztin hat bestätigt, dass die Zollorgane neuerdings sehr grosse Beachtung auf diese Schwänze legen.»
Sie: «Aha, wenn es so ist, dann schicken Sie diese Unterlagen einfach ein. Wir bestätigen den Sachverhalt und dann bekommen Sie alles wieder zurück. ⎯ Oder Sie kommen einfach rasch bei uns vorbei.»
Ich: «Ja, das ist sehr gut, ich komme vorbei. Kann ich dann die Bestätigung gleich mitnehmen?»
Sie: «Nein, das geht nicht! Das dauert 2-3 Tage. Wir müssen ja dann alle Unterlagen genau prüfen, damit wir das bestätigen können.»
Ich: «Es gibt keine Unterlagen, nur das Röntgenbild und den Tierpass. Auf dem Bild ist der Stummelschwanz ganz klar erkenntlich.»Da ich das Röntgenbild nur elektronisch habe, erkundige ich mich nach der geeigneten Einreichungsform. Die Dame meint, ich solle es ausdrucken und zur Sicherheit einen Stick mitbringen....
Sie: «Trotzdem dauert es ein paar Tage.»
Ich: «Wie bitte? Vorhin sagten Sie, es sei kein Problem, weil der Stummelschwanz zum Rassemerkmal des Hundes gehöre. Trotzdem braucht Ihr Amt mehrere Tage, um ein Röntgenbild anzusehen und das, was man sieht, mit einem «X» im Pass anzukreuzen und Stempel mit Unterschrift dazuzusetzen?»
Sie: «Ja, weil unsere Tierärzte nicht immer da sind, sondern vielleicht gerade ausser Haus eine Inspektion vornehmen.»
Ich: «Das heisst, wenn ich morgen mit den Unterlagen vorbei komme, ist nicht sicher, ob ich bis zum 8.6.2015 den Tierpass mit der Bestätigung zurückerhalten habe?»
Sie: «Doch, doch. Wenn Sie sagen, dass Sie den Pass sofort wieder benötigen für die Reise, dann erhalten Sie ihn garantiert in 2-3 Tagen. Vielleicht geht er sogar gleichentags wieder auf die Post.»
Ich: «Und was, wenn nicht?»
Sie: «Sie können beruhigt sein. Vielleicht haben Sie ja auch Glück und es ist jemand hier.»
Ich: «Also 10 Tage Zeitfenster reicht? ⎯ Mit welchen Kosten muss ich rechnen?»
Sie: «Selbstverständlich! ⎯ Die Bestätigung kostet CHF 35.00»
Mit einer Waffe würden sich alle diese Fragen nicht stellen. Mit einer enthörnten Kuh auch nicht.
Donnerstag, 5. Februar 2015
Ich bin doch kein »Löli«!
Nein, ich bin gewiss kein »Löli« und möchte auch keiner sein.
Darum kaufe ich meine Geräte auch nicht in jener Ladenkette, die aktuell mit diesem Slogan am TV wirbt, sondern seit Jahr und Tag beim Schweizer Kleinunternehmer aus meiner Umgebung, der mir dafür auch alle technischen Probleme löst und für alle Fragen kundigen Support bietet — nötigenfalls auch am Feierabend bei mir im Büro!
Meistens ist dieser Service im Kaufpreis inbegriffen. Brauche ich einmal eine ausserordentliche Lösung, bin ich gerne bereit, die entsprechenden Kosten zu zahlen. Die Erfahrung zeigt mir, dass dies gut investiertes Geld ist. Denn: Auch meine Zeit ist Geld — und meine Fachkompetenz liegt andernorts. Der Aufwand für den kundigen Fachmann ist insgesamt kleiner, als es jener für mein laienhaftes Herumpröbeln wäre.
Sonntag, 11. Januar 2015
11 Fragen
Nicht nominiert sondern freiwillig beantworte ich hier 11
besondere Fragen von Aenni
1. Hast du als Kind mit Puppen gespielt?
Ganz selten. Mit den damals üblichen Porzellan-Puppen konnte
ich nicht viel anfangen. Begleiter und Tröster war mein Teddybär »Mutzli«, ein
Geschenk meines Grossvaters väterlicherseits, der als Pfarrer und Vater von
sechs Kindern wohl wusste, dass man als
Kind einen unkomplizierten Seelentröster benötigt...
Viel lieber spielte ich draussen am Bach, im nahegelegenen
Wäldchen oder ich begleitete meinen Vater an die Orgel und zum Singen in die
Kinderheime. Auch im Postbüro meines anderen Grossvaters fühlte ich mich wohl.
Mit ihm auf die Alp zu gehen, Pilze oder Beeren zu sammeln, im Kuhstall bei
den warmen Kühen zu sein, das waren weitere Höhepunkte, die ich dem Spiel mit
Puppen entschieden vorzog.
Den Teddy mit seinen altersbedingten Gebrauchsspuren besitze
ich heute noch.
2. Welche Nahrungsmittel / Menübestandteile
findest du absolut eklig?
Innereien, Blut- und Leberwürste, Meeresfrüchte, rohes
Fleisch, Kaviar, Krautstiele/Mangold, Schwarzwurzeln.
3. Welches Kleidungsstück ist für dich das
wichtigste?
Frische Unterwäsche.
4. Hast du schon einmal eine Diät gemacht?
Warum (nicht)?
Mit etwa 30 Jahren fühlte ich mich unnötigerweise zu dick (welche
30-jährige Frau nicht?). Ich versuchte es mit »Weight Watchers«. Bald wurde es
mir (und meinem Mann) zu viel und zu anstrengend. Zum Glück!
5. Sport ist für dich .....
... mit schönen, lustigen und schmerzlichen Erinnerungen
verbunden.
Mit Skiern im Bergdorf zur Welt gekommen, war Skifahren über Jahrzehnte meine heissgeliebte Sportart. Später am See kam Schwimmen dazu. Über viele Jahre war ich zudem begeisterte Alpinistin. Im Polizeidienst gehörten Ausdauer- und Kraftsport sowie Selbstverteidigung und (Rettungs-)Schwimmen zum Alltag. Tempi passati.
Mit Skiern im Bergdorf zur Welt gekommen, war Skifahren über Jahrzehnte meine heissgeliebte Sportart. Später am See kam Schwimmen dazu. Über viele Jahre war ich zudem begeisterte Alpinistin. Im Polizeidienst gehörten Ausdauer- und Kraftsport sowie Selbstverteidigung und (Rettungs-)Schwimmen zum Alltag. Tempi passati.
Seit rund 40 Jahren widme ich mich der Ausbildung von
Hunden. Mit der Wahl eines gemütlichen Kleinhundes muss ich heute auch hier
keine Erwartungen mehr erfüllen, sondern kann mich befreit all dem widmen, was uns beiden
Spass macht.
6. Wie stehst du zur »Fasnacht« / zum Karneval?
Obwohl seit 40 Jahren in einer Gegend mit regem »Fasnachts«-Brauch wohnhaft, fehlt mir dazu jeglicher Bezug. Von Kindsbeinen an habe ich eine starke Abneigung gegenüber dem Verkleiden und Maskieren. Einer guten Guggen-Musik im Freien höre ich gerne eine
gewisse Zeit zu.
7. Sammelst du Treuepunkte etc.?
Bei Einkäufen für den täglichen Bedarf: Warum nicht?
8. Wo hast du deine schönsten Ferien
verbracht?
Absoluter Höhepunkt: Mehrere Urlaubs-Aufenthalte auf der Insel Sylt, gefolgt von verschiedenen Reisen durch die
Niederlande. Nicht zu vergessen: Immer wieder schön sind Ferientage im
heimatlichen Bergdorf.
9. Ein/e gute/r Freund/in ist für dich ...
... ein Mensch, bei dem ich auch mitten in der Nacht
splitternackt und ohne Geld bergende Aufnahme fände, ohne lange Erklärungen
abgeben oder andere Erwartungen erfüllen zu müssen.
Bis zu seinem Tod traf dies auf meinen unvergesslichen
Ehemann zu. Sein Vertrauen, seine tiefe Liebe und sein Zutrauen zu mir waren
unerschütterlich — und beruhten auf Gegenseitigkeit.
Im Realleben der vergangenen vielen Monate war meine beste
Freundin jene Frau, der ich immer wieder über meine Erlebnisse mit der
sterbenden Mutter im Pflegheim berichten konnte*, die mir geduldig zuhörte,
ohne mir ungefragt Ratschläge zu erteilen, ohne alles schon (besser) gewusst zu
haben. Dieser unkomplizierte Beistand war für mich das grösste
Freundschaftserlebnis meines über 60-jährigen Lebens.
10. Hast du deine Lehrer zur Schulzeit gemocht?
Warum (nicht)?
Ja, es gab beides: Lehrer, die ich mochte, für die ich
durchs Feuer gegangen wäre und solche, die ich nicht mochte oder die mir egal
waren.
Besonders gerne erinnere ich mich an jenen Lehrer, der mir auf seine Kosten ermöglichte, in der 6. Primarklasse zur Aufnahmeprüfung für die Mittelschule anzutreten, und der nach bestandenem Test alles in seiner Möglichkeit stehende versuchte, um meine Mutter dafür zu erwärmen, mich ans Gymnasium zu schicken.
Lehrer, die uns Schüler am Gängelband führten, die schwächere Schüler blossstellten, die mit körperlicher Züchtigung auf Kleinigkeiten reagierten, gehörten zur ungeliebten Sorte.
Besonders gerne erinnere ich mich an jenen Lehrer, der mir auf seine Kosten ermöglichte, in der 6. Primarklasse zur Aufnahmeprüfung für die Mittelschule anzutreten, und der nach bestandenem Test alles in seiner Möglichkeit stehende versuchte, um meine Mutter dafür zu erwärmen, mich ans Gymnasium zu schicken.
Lehrer, die uns Schüler am Gängelband führten, die schwächere Schüler blossstellten, die mit körperlicher Züchtigung auf Kleinigkeiten reagierten, gehörten zur ungeliebten Sorte.
11. Was wolltest du schon immer mal in aller
Öffentlichkeit sagen?
Berufsbedingt oder aufgrund von freiwilligen Engagements habe ich im Laufe der Jahre immer wieder Möglichkeiten erhalten, zu sagen
und zu schreiben, was mir wichtig ist. Ob mit einer Rede zum 1. August oder
anderweitig in der Öffentlichkeit oder direkt dort, wo es notwendig ist, macht
für mich keinen Unterschied.
----
Die Beantwortung dieser Fragen hat Spass gemacht. Trotzdem möchte darauf verzichten, selber elf neue Fragen zu formulieren und andere Blogger/innen zu
nominieren.
(*Über diese Erfahrungen führe ich ein eigenes Blog, demnächst ergänzt und nachgeführt: http://sterbenimpflegeheim.blogspot.ch/)
Mittwoch, 8. Januar 2014
Selbständig erwerbend
Kurz vor Jahresende ist mir von @JuergWyss auf Twitter ein Blogstöckchen mit Fragen zur selbständigen Erwerbstätigkeit zugefallen:
Warum bist Du selbständig Erwerbende geworden?
Als ich diesen Entschluss fasste, war ich 48 Jahre alt, verwitwet und als Personalleiterin in einem schweizerischen Unternehmen angestellt. Die Entwicklung im HR-Bereich hatte zu jenem Zeitpunkt für mich eine Wende genommen, die ich nicht mehr länger mittragen und mitverantworten wollte.
In meiner eigenen Coaching-Praxis übernehme ich grundsätzlich - und unabhängig von meiner finanziellen Situation - nur Mandate, die ich in jeder Hinsicht verantworten kann. Dabei konnte ich meine Leidenschaft und alles, was ich gerne tue, zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit machen.
In wenigen Monaten sind seither 14 Jahre vergangen und ich habe diese Entscheidung keine Minute bereut.
Wie hat sich Dein Leben dadurch verändert?
Die wichtigste (andere würden vielleicht sagen: die einschneidendste?) Veränderung ist sicher jene, dass seither nicht mehr automatisch jeden 25. des Monats ein sicheres Gehalt auf mein Bankkonto überwiesen wird.
Auch die Arbeitszeiten sind anders geworden. Es gibt Tage, da geniesse ich freie Stunden am Nachmittag, weil ich dann abends noch Klienten empfange. Oder ich muss Gas geben, um Kursunterlagen oder das Skript zu einem Referat noch rechtzeitig zu erstellen, was dann unter Umständen - ausnahmsweise - bis weit in die Nacht reicht.
Nicht etwa, weil der Tag dazu nicht genug Stunden hätte, sondern weil ich in meinem heutigen Beruf meine eigenen kreativen Phasen voll ausnützen kann, ohne auf eine Stempeluhr schauen zu müssen.
Ich erinnere mich noch gut an den ersten Tag in meinem neuen Leben als selbständig Erwerbende: auf einem langen Spaziergang mit meinem Hund kostete ich die neue Freiheit voll aus: noch gar nie in meinem bisherigen Leben hatte ich mich so frei gefühlt! Es war ein herrliches Empfinden, das ich mir bis heute habe wachhalten können.
Wie trennst Du Privatleben und Geschäft?
Obwohl ich die Praxis und mein Büro in meinen Wohnräumen integriert habe, macht es mir keine Mühe, Feierabend zu machen und mein Privatleben zu leben - auch wenn das einmal während des Tages sein sollte.
Combox, Faxbox, Mailbox sind meine Bürohilfen, die mir ungestörte Zeiten ermöglichen.
Selbstverständlich passiert es mir, dass mir in meiner Freizeit eine zündende Idee zufällt oder eine Lösung für ein anstehendes Problem. Meist trage ich ein kleines, handliches "Ideen-Notizbuch" mit mir und notiere solche spontanen Einfälle sofort.
Auch neben meinem Bett liegt ein solcher Block. Er bewahrt mich davor, mich schlaflos im Bett zu wälzen, damit ich ja die Idee nicht vergesse...
Der Freitag und der Sonntag sind meine "heiligen" Tage, die ausschliesslich für Privates reserviert bleiben.
Auch meine zwei Auszeiten pro Jahr kann ich sehr gut grossenteils zuhause verbringen, ohne der Versuchung zu verfallen, ins Büro zu "müssen". Mein (Heim)Büro hat übrigens eine Türe, die man auch von aussen zumachen kann ;-)
Welche Rolle haben das Internet und Social Media für Dein Geschäft?
(Hui. Was soll ich denn da nun Antworten?)
Als ich meine Firma gründete, gehörte das Internet noch nicht zur Allgemeinbildung. Im Kurs der Migros-Klubschule "Wie gründe ich eine eigene Firma?" waren wir etwa 15 Teilnehmende. Einer davon wollte eine Firma als Webmaster/Webdesigner gründen. Er anerbot sich, uns eine URL zu reservieren, was damals noch viel komplizierter war als es heute ist. Wir waren zu zweit, die dieses Angebot angenommen hatten.
Eine Website zu erstellen gehörte zu den ersten Handlungen nach der Firmengründung (nach dem Handelsregister-Eintrag). Die Inhalte konnte ich zwar selber kreieren, für die Umsetzung im Netz war ich jedoch auf die Kenntnisse und Fähigkeiten eines externen Webmasters angewiesen. Ausserdem boten die Tools damals noch nicht diese Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, wie dies heutzutage der Fall ist.
Aus meinen Kundenbefragungen weiss ich, dass die meisten Klienten meine Website als Ergänzung zur Mundpropaganda, zur persönlichen Empfehlung, sehr schätzen. Jene Kunden, die allein über das Web zu mir finden, bleiben bis heute die Ausnahme.
Ganz ähnlich verhält es sich mit den Social Media-Plattformen. Einzig Twitter (@Hofnaerrin) macht da eine schöne Ausnahme.
Es war Mai 2010, als mich mein Berufskollege Dominik Godat (@DominikGodat) davon überzeugte, einen Twitter- sowie einen Facebook-Account (privat und Geschäft) zu eröffnen. Bei XING (damals noch Open-BC) war ich schon länger. Später kamen noch LinkedIn und G+ dazu.
Meine persönliche Vorliebe gehört Twitter. Es macht mir Spass, mich kurz zu fassen. Viele interessante Kontakte habe ich in diesen bald vier Jahren knüpfen können, etliche auch im realen Leben. Vielleicht macht Twitter darum jene Ausnahme? Hier sind nämlich schon einige erfolgreiche Empfehlungen (an Aussenstehende) möglich geworden.
Ansonsten komme ich mit schöner Regelmässigkeit in Zweifel darüber, ob ich nicht meine Accounts reihum löschen soll. Ich bin ziemlich sicher, dass dies - mit Ausnahme von Twitter - niemandem auffallen und meinen Zulauf zur Praxis nicht schmälern würde.
Warum sollte jemand überhaupt sein eigenes Unternehmen gründen?
Hast Du eine Vision? Eine Idee, die Dich tief beseelt und ganz und gar begeistert? Kannst Du diszipliniert arbeiten, auch wenn Dich niemand kontrolliert? Bist Du es gewohnt, Dir Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen? Kannst Du auch einen Misserfolg verkraften (nicht nur finanziell!)? Kannst Du Pläne - auch wenn sie noch nicht vollkommen sind - pragmatisch in die Tat umsetzen? Kannst Du Dir vorstellen, auch Unmögliches möglich zu machen? Hast Du ein finanzielles Poster als Startkapital? ... Ja? Warum solltest Du da denn keine eigene Firma gründen?
Was sind Deine Tipps für Firmengründer?
Verfolge Deine Vision. Gehe radikal Deinen Weg. Entwickle Deinen eigenen Stil und bleibe diesem treu. Setze Deine Ideen radikal um. Verkneife es Dir, unternehmerisch mit der Mode zu gehen, Dich kurzlebigen Trends anzuschliessen. Bleibe einzigartig.
Was fasziniert Dich genau an Deinem Tätigkeitsgebiet?
Seit ich mich erinnern kann haben mich Begegnungen mit Menschen, das Menschsein mit allen Facetten, die Hingabe an das Leben sowie tiefe Sinnfragen interessiert.
Heute interessiert mich zusätzlich, was denn konkret Lösungen, Entwicklungen und Heilung ermöglicht. Diesen Fragen kann ich in meinem jetzigen Beruf vertieft nachgehen.
Die Zusammenhänge zwischen Seele und Körper faszinieren mich und fordern mich heraus, situativ immer wieder neue Vorgehensweisen zu kreieren.
Fast jeden Tag darf ich über grössere oder kleinere Wunder staunen, mich an den Erfolgen meiner Klienten erfreuen, Lebensfreude erfahren und teilen.
Ich darf meine Berufung leben.
Wo würdest Du am liebsten Leben?
Da wo ich lebe, gefällt es mir sehr gut.
Vor einigen Tagen entspann sich im Freundeskreis eine angeregte Diskussion über die Frage: Wenn wir auswandern müssten, wohin würden wir dann ziehen? Interessanterweise waren wir uns alle einig: am liebsten würden wir in der Schweiz bleiben. Wenn dies nicht mehr möglich wäre, würden wir nordwärts ziehen, nach Dänemark oder Schweden zum Beispiel. Nur einer war darunter, der nach Hawaii oder an einen ähnlichen Ort auswandern würde.
Wohin wirst Du 2014 reisen?
Das weiss ich noch nicht. Ich lasse mich von meinen Wünschen überraschen.
Vielen Dank, lieber Jürg. Es hat Spass gemacht, mich auf Deine Fragen einzulassen.
Liebevoll gwunderfitzig werfe ich dieses Unternehmer-Blogstöckchen zu @mike_flam, @BeniHochuli, @DorotheKienast, @dacpep und @marcelwidmer.
Selbstverständlich dürfen auch alle anderen, die es gelüstet, das Blogstöckchen aufnehmen und diese Fragen frisch von der Leber weg beantworten:
- Wenn Du zurückdenkst: was war Deine beste Idee als UnternehmerIn?
- Was würdest Du heute ganz anders machen und weshalb?
- Wie gehst Du mit Misserfolg um?
- Wie motivierst Du Dich in schwierigeren Zeiten?
- Was freut Dich als SelbständigeR am meisten?
- Welches ist Dein wichtigstes Vorhaben 2014?
- In welchem Gebiet wirst Du Dich 2014 weiterbilden?
Warum bist Du selbständig Erwerbende geworden?
Als ich diesen Entschluss fasste, war ich 48 Jahre alt, verwitwet und als Personalleiterin in einem schweizerischen Unternehmen angestellt. Die Entwicklung im HR-Bereich hatte zu jenem Zeitpunkt für mich eine Wende genommen, die ich nicht mehr länger mittragen und mitverantworten wollte.
In meiner eigenen Coaching-Praxis übernehme ich grundsätzlich - und unabhängig von meiner finanziellen Situation - nur Mandate, die ich in jeder Hinsicht verantworten kann. Dabei konnte ich meine Leidenschaft und alles, was ich gerne tue, zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit machen.
In wenigen Monaten sind seither 14 Jahre vergangen und ich habe diese Entscheidung keine Minute bereut.
Wie hat sich Dein Leben dadurch verändert?
Die wichtigste (andere würden vielleicht sagen: die einschneidendste?) Veränderung ist sicher jene, dass seither nicht mehr automatisch jeden 25. des Monats ein sicheres Gehalt auf mein Bankkonto überwiesen wird.
Auch die Arbeitszeiten sind anders geworden. Es gibt Tage, da geniesse ich freie Stunden am Nachmittag, weil ich dann abends noch Klienten empfange. Oder ich muss Gas geben, um Kursunterlagen oder das Skript zu einem Referat noch rechtzeitig zu erstellen, was dann unter Umständen - ausnahmsweise - bis weit in die Nacht reicht.
Nicht etwa, weil der Tag dazu nicht genug Stunden hätte, sondern weil ich in meinem heutigen Beruf meine eigenen kreativen Phasen voll ausnützen kann, ohne auf eine Stempeluhr schauen zu müssen.
Ich erinnere mich noch gut an den ersten Tag in meinem neuen Leben als selbständig Erwerbende: auf einem langen Spaziergang mit meinem Hund kostete ich die neue Freiheit voll aus: noch gar nie in meinem bisherigen Leben hatte ich mich so frei gefühlt! Es war ein herrliches Empfinden, das ich mir bis heute habe wachhalten können.
Wie trennst Du Privatleben und Geschäft?
Obwohl ich die Praxis und mein Büro in meinen Wohnräumen integriert habe, macht es mir keine Mühe, Feierabend zu machen und mein Privatleben zu leben - auch wenn das einmal während des Tages sein sollte.
Combox, Faxbox, Mailbox sind meine Bürohilfen, die mir ungestörte Zeiten ermöglichen.
Selbstverständlich passiert es mir, dass mir in meiner Freizeit eine zündende Idee zufällt oder eine Lösung für ein anstehendes Problem. Meist trage ich ein kleines, handliches "Ideen-Notizbuch" mit mir und notiere solche spontanen Einfälle sofort.
Auch neben meinem Bett liegt ein solcher Block. Er bewahrt mich davor, mich schlaflos im Bett zu wälzen, damit ich ja die Idee nicht vergesse...
Der Freitag und der Sonntag sind meine "heiligen" Tage, die ausschliesslich für Privates reserviert bleiben.
Auch meine zwei Auszeiten pro Jahr kann ich sehr gut grossenteils zuhause verbringen, ohne der Versuchung zu verfallen, ins Büro zu "müssen". Mein (Heim)Büro hat übrigens eine Türe, die man auch von aussen zumachen kann ;-)
Welche Rolle haben das Internet und Social Media für Dein Geschäft?
(Hui. Was soll ich denn da nun Antworten?)
Als ich meine Firma gründete, gehörte das Internet noch nicht zur Allgemeinbildung. Im Kurs der Migros-Klubschule "Wie gründe ich eine eigene Firma?" waren wir etwa 15 Teilnehmende. Einer davon wollte eine Firma als Webmaster/Webdesigner gründen. Er anerbot sich, uns eine URL zu reservieren, was damals noch viel komplizierter war als es heute ist. Wir waren zu zweit, die dieses Angebot angenommen hatten.
Eine Website zu erstellen gehörte zu den ersten Handlungen nach der Firmengründung (nach dem Handelsregister-Eintrag). Die Inhalte konnte ich zwar selber kreieren, für die Umsetzung im Netz war ich jedoch auf die Kenntnisse und Fähigkeiten eines externen Webmasters angewiesen. Ausserdem boten die Tools damals noch nicht diese Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, wie dies heutzutage der Fall ist.
Aus meinen Kundenbefragungen weiss ich, dass die meisten Klienten meine Website als Ergänzung zur Mundpropaganda, zur persönlichen Empfehlung, sehr schätzen. Jene Kunden, die allein über das Web zu mir finden, bleiben bis heute die Ausnahme.
Ganz ähnlich verhält es sich mit den Social Media-Plattformen. Einzig Twitter (@Hofnaerrin) macht da eine schöne Ausnahme.
Es war Mai 2010, als mich mein Berufskollege Dominik Godat (@DominikGodat) davon überzeugte, einen Twitter- sowie einen Facebook-Account (privat und Geschäft) zu eröffnen. Bei XING (damals noch Open-BC) war ich schon länger. Später kamen noch LinkedIn und G+ dazu.
Meine persönliche Vorliebe gehört Twitter. Es macht mir Spass, mich kurz zu fassen. Viele interessante Kontakte habe ich in diesen bald vier Jahren knüpfen können, etliche auch im realen Leben. Vielleicht macht Twitter darum jene Ausnahme? Hier sind nämlich schon einige erfolgreiche Empfehlungen (an Aussenstehende) möglich geworden.
Ansonsten komme ich mit schöner Regelmässigkeit in Zweifel darüber, ob ich nicht meine Accounts reihum löschen soll. Ich bin ziemlich sicher, dass dies - mit Ausnahme von Twitter - niemandem auffallen und meinen Zulauf zur Praxis nicht schmälern würde.
Warum sollte jemand überhaupt sein eigenes Unternehmen gründen?
Hast Du eine Vision? Eine Idee, die Dich tief beseelt und ganz und gar begeistert? Kannst Du diszipliniert arbeiten, auch wenn Dich niemand kontrolliert? Bist Du es gewohnt, Dir Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen? Kannst Du auch einen Misserfolg verkraften (nicht nur finanziell!)? Kannst Du Pläne - auch wenn sie noch nicht vollkommen sind - pragmatisch in die Tat umsetzen? Kannst Du Dir vorstellen, auch Unmögliches möglich zu machen? Hast Du ein finanzielles Poster als Startkapital? ... Ja? Warum solltest Du da denn keine eigene Firma gründen?
Was sind Deine Tipps für Firmengründer?
Verfolge Deine Vision. Gehe radikal Deinen Weg. Entwickle Deinen eigenen Stil und bleibe diesem treu. Setze Deine Ideen radikal um. Verkneife es Dir, unternehmerisch mit der Mode zu gehen, Dich kurzlebigen Trends anzuschliessen. Bleibe einzigartig.
Was fasziniert Dich genau an Deinem Tätigkeitsgebiet?
Seit ich mich erinnern kann haben mich Begegnungen mit Menschen, das Menschsein mit allen Facetten, die Hingabe an das Leben sowie tiefe Sinnfragen interessiert.
Heute interessiert mich zusätzlich, was denn konkret Lösungen, Entwicklungen und Heilung ermöglicht. Diesen Fragen kann ich in meinem jetzigen Beruf vertieft nachgehen.
Die Zusammenhänge zwischen Seele und Körper faszinieren mich und fordern mich heraus, situativ immer wieder neue Vorgehensweisen zu kreieren.
Fast jeden Tag darf ich über grössere oder kleinere Wunder staunen, mich an den Erfolgen meiner Klienten erfreuen, Lebensfreude erfahren und teilen.
Ich darf meine Berufung leben.
Wo würdest Du am liebsten Leben?
Da wo ich lebe, gefällt es mir sehr gut.
Vor einigen Tagen entspann sich im Freundeskreis eine angeregte Diskussion über die Frage: Wenn wir auswandern müssten, wohin würden wir dann ziehen? Interessanterweise waren wir uns alle einig: am liebsten würden wir in der Schweiz bleiben. Wenn dies nicht mehr möglich wäre, würden wir nordwärts ziehen, nach Dänemark oder Schweden zum Beispiel. Nur einer war darunter, der nach Hawaii oder an einen ähnlichen Ort auswandern würde.
Wohin wirst Du 2014 reisen?
Das weiss ich noch nicht. Ich lasse mich von meinen Wünschen überraschen.
Vielen Dank, lieber Jürg. Es hat Spass gemacht, mich auf Deine Fragen einzulassen.
Liebevoll gwunderfitzig werfe ich dieses Unternehmer-Blogstöckchen zu @mike_flam, @BeniHochuli, @DorotheKienast, @dacpep und @marcelwidmer.
Selbstverständlich dürfen auch alle anderen, die es gelüstet, das Blogstöckchen aufnehmen und diese Fragen frisch von der Leber weg beantworten:
- Wenn Du zurückdenkst: was war Deine beste Idee als UnternehmerIn?
- Was würdest Du heute ganz anders machen und weshalb?
- Wie gehst Du mit Misserfolg um?
- Wie motivierst Du Dich in schwierigeren Zeiten?
- Was freut Dich als SelbständigeR am meisten?
- Welches ist Dein wichtigstes Vorhaben 2014?
- In welchem Gebiet wirst Du Dich 2014 weiterbilden?
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